Montag, 23. Juli 2012

...durch die Geschichte von Fiete und Freundin B.

Das ist Fiete.

Eine der Fragen des vorletzten Frage-Foto-Freitags lautete: Was hast Du Dich getraut? Meine Antwort: Ein Besuch im Tierheim. Ich war mit Freundin B. dort, die sich nach einem neuen Familienmitglied umgeschaut hat. Der Besuch war für uns beide nicht leicht. Mit dem Bewusstsein, nicht alle mitnehmen zu können, sind wir schweren Herzens von dort wieder weggefahren. Besonders traurig war es dann später noch für B., als sie erfuhr, dass der Hund, der hätte in Frage kommen können, nach 3 Jahren Tierheimaufenthalt nun doch bereits vermittelt worden war. Eigentlich ja toll für den Hund, aber B. war enttäuscht.

Fest entschlossen hat sich B. dann aber weiter tapfer in Tierheimen der Umgebung umgeschaut. Und sie hatte dabei eine sehr genaue Vorstellung, wie der für sie passende Hund aussehen sollte. Entsprechend skeptisch war sie dann, als eine Mitarbeiterin des Heims ihr von einem Neuankömmling auf der Pflegestelle berichtete, der in etwa das Gegenteil von dem war, was sie sich vorstellte. Was genau sie dazu bewogen hat, trotzdem hinzufahren und sich den Hund aus der Nähe anzuschauen, ist schwer zu sagen. Aber sie hat es getan. B. fährt also da hin. Klingelt. Die Dame der Pflegestelle macht die Tür auf. Der Hund steht erst daneben, sieht meine Freundin B. und rennt sofort weg.

Als B. mir am Telefon davon erzählt, weiß ich sofort: Das war der Zeitpunkt, in dem es bei ihr "klick" gemacht hat. Das war der Zeitpunkt, in dem sie sich in Fiete verliebt hat.

Damals hieß Fiete noch Jonny und hatte eine ziemliche Odyssee hinter sich. Er ist ca. 3 Jahre alt und seine ganze Vorgeschichte ist nicht bekannt. Aber irgendwann landete er als Straßenhund in der Türkei. Wurde eingefangen und dort in ein eher heruntergekommenes Tierheim verfrachtet. Aufgrund seines sanften, eher schüchternen Charakters, entspricht er leider so gar nicht dem, was in der Türkei bei der Hundevermittlung gefragt ist. Damit sanken seine Vermittlungschancen gegen Null. Das Schicksal, welches diese nicht vermittelbaren Hunde meist erwartet, kann sich jeder selber denken. Zum Glück wurde ein deutscher Tierschutzverein auf Fiete aufmerksam und hat ihn nach Deutschland geholt. Nach dem Transport ist er dann zunächst bei der Pflegestelle in Köln untergekommen.


Fiete ist sehr vorsichtig, zurückhaltend und im Moment noch sehr ängstlich. Man sieht ihm die Unsicherheit an. Er muß seinen Platz auf dieser Welt erst finden.


Sehr langsam nähern sich B. und Fiete an. Sie sind erst seit ein paar Tagen zusammen, müssen sich noch kennenlernen und aneinander gewöhnen.


Aber man spürt auch, dass er gerne Vertrauen fassen möchte. Dass er hofft, jetzt endlich angekommen zu sein. Fiete weiß noch nicht, was ich weiß. Er kennt meine Freundin B. ja auch noch nicht so gut wie ich. Würde er sie kennen, dann wüsste er, dass er endlich zu Hause ist.

Kommentare:

  1. Oh nein, wie sehr freue ich mich für Fiete!

    AntwortenLöschen
  2. das ist ja wirklich ein ganz Feiner!!

    AntwortenLöschen