Freitag, 17. August 2012

...mit ihrem Lieblingsort.


Zum ersten Mal mache ich heute bei der Lieblings…-Aktion von Else, Michelle und Tine mit. Unerklärlicherweise hat mir früher als Kind das Ausfüllen von Freundschaftsbüchern immer besonders gut gefallen. Unerklärlich deshalb, weil ich damals so gar nicht der Typ dafür war und die meisten über einen Eintrag von mir eher verwundert waren. Trotzdem fand ich es super und ich glaube auch irgendwie wichtig, meine Lieblingsfarbe, -essen, -filme, und -schauspieler der Welt mitzuteilen. Es gibt immer noch Wichtiges mitzuteilen, aber ab einem gewissen Alter werden Freundschaftsbücher ja irgendwie seltsam. Ich finde die Idee deshalb auch sehr schön, jeden Monat ein Lieblingsding zu posten. Und gestartet wird heute mit dem Lieblingsort.

Foto: Copyright Stiftung Hof Butenland
Mein Lieblingsort ist Hof Butenland in Butjadingen (Niedersachsen). Ein Stück Himmel auf Erden. Auf diesem Hof werden alle schmerzempfindlichen und leidensfähigen Lebewesen mit Achtung und Respekt behandelt.
Hof Butenland ist ein Lebenshof für Tiere. Früher wurde der Hof als normaler Landwirtschaftsbetrieb geführt. Heute leben dort über 170 Tiere auf 40 Hektar Land. Es handelt sich meist um Notfälle und ehemalige „Nutztiere“. Tiere, die von uns Menschen jahrelang wie Maschinen behandelt wurden und deshalb heute ausgezehrt und körperlich, wie auch geistig völlig am Ende sind. Auch ungewollte und gequälte Tiere finden hier ein neues zu Hause. Die meisten benötigen umfassende medizinische Behandlung und intensive Pflege, um sowohl physisch, als auch psychisch gesund zu werden.



So auch mein Patenschwein Erna. Erna war ca. 8 Monate alt, als sie zusammen mit Ihrer Freundin Else 2010 nach Hof Butenland kam. Beide stammen aus einem Tierversuchslabor. Sie hatten keine Zähne und wiesen frische Operationsnarben auf. Beide waren extrem schreckhaft. Sie kannten weder Außentemperaturen noch Tageslicht und mussten erst langsam daran gewöhnt werden. Die beiden sind seit dem unzertrennlich, unternehmen alles gemeinsam und schlafen immer eng aneinander gekuschelt in ihrem Strohbett. Es ist toll zu sehen, wie neugierig und mutig die beiden in den letzten 2 Jahren geworden sind. Bei meinem ersten Besuch im letzten Jahr konnte ich das gut beobachten: Beim Betreten des Erna/Else-Ackers kamen jeweils 250 Kilo beeindruckendes Glück auf mich zu galoppiert.



Foto: Copyright Stiftung Hof Butenland

Die Arbeit, die hier von den menschlichen Butenländern geleistet wird, ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Ich kann nur jedem empfehlen, den Hof einmal zu besuchen und die Bewohner kennenzulernen. Es füllt einem das Herz und die Seele. Ja, und es macht auch nachdenklich. Das soll es auch. Denn nur dadurch können wir auch etwas verändern. Und das müssen wir dringend. 

Damit der Hof auch dauerhaft ein friedlicher Zufluchtsort für Tiere bleiben kann, wurde die Tierschutz Stiftung Hof Butenland gegründet. Das bedeutet, dass gemäß Stiftungszweck, das Ausbeuten und Töten von Tieren auf dieser Fläche zeitlich unbegrenzt untersagt ist. Mit einer Unterstützung der Stiftung fördert man also diesen wichtigen Lebensraum für Tiere auch in der Zukunft.

Foto: Copyright Hof Butenland

Kommentare:

  1. ist einfach immer wieder schön, unsere fotos vom freunde-paradies zu sehen..:)

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  2. Liebe Frau S.,
    hab Dank, dass Du den Hof einmal genauer vorstellst, da glaub ich sofort, dass es ein ganz wunderbarer und wertvoller Lieblingsort ist, der viel für Tiere und mit einem selbst tut.
    Sei gedrückt und habt ein schönes Wochenende.
    Nina, die übrigens auch immer gern in Freundebücher geschrieben hat und schade findet, dass die kaum mehr kreisen "in unserem Alter".

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  3. Eine ganz blöde Frage, aber haben die beiden jetzt Zähne? Toll, dass es diesen Hof gibt, bin sehr beeindruckt. Danke fürs Posten. Liebe Grüsse, Else

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    1. Liebe Else, die Frage ist gar nicht blöd. Denn normalerweise bekommen Schweine, wie auch wir, nach den Milchzähnen ihre festen Zähne.
      Den beiden sind aber leider nie wieder Zähne gewachsen. Auf welcher Art von Versuch der Verlust aller Zähne basiert, kann man heute nicht mehr nachvollziehen. Aber es ist definitiv eines der Resultate aus der Zeit im Versuchslabor. Die beiden haben aber gelernt mit diese Behinderung umzugehen und zerquetschen das Meiste ganz gut mit den Kieferknochen. Liebe Grüße zurück

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  4. Liebe Frau Schmöth,
    die Fotos sind (mal wieder) so schön, dass es mir ein bisschen die Tränen in die Augen treibt - vor Rührung! Das nenn' ich mal ein Schweineleben, wie es sich gehört!
    Ich "betreibe" übrigens immer noch Freundebücher (mittlerweile sind sogar 2 im Umlauf!) und Sie ahnen gar nicht, wie sich die Menschen freuen, nochmal in "so was" reinschreiben zu können :-).
    Herzlichst
    Ihre schwestaesta

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  5. Als ich die Fotos sah und deine Worte dazu las, dachte ich nur, wie schade es ist, dass nicht mehr Menschen die Welt und vor allem Tiere so sehen wie du.
    Ein sehr schöner Eintrag.

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    1. Vielen Dank! Ich glaube wir werden mehr. Das hoffe ich zumindest. Liebe Grüße

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  6. Aw, those pigs curled up together are the cutest! This place looks so beautiful. Thank you for commenting about it (and I'm sad I can't read your blog -I have to find the translation tool).

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    1. Thanks so much for commenting! I have added a translation tool on the right bar just under the robot. The translation is far from good, but I guess it will do and you get an idea :o)

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